Der 1. Mai in Österreich 

Der 1. Mai, bekannt als Staatsfeiertag oder auch als „Tag der Arbeit“, wurde am letzten Mittwoch begangen. In Österreich hat dieser Feiertag eine besondere Bedeutung. Die Ursprünge dieses Festtages sind von wichtigen historischen Ereignissen geprägt und reichen weit zurück.


Zu sehen ist eine Trennsäge, welche umgeben von Funken etwas schneidet.
Der Tag der Arbeit wird seit mehr als 100 Jahren am 1. Mai begangen. © Pexels

Wurzeln und Traditionen des Tages der Arbeit

Die Ursprünge hat der 1. Mai als Feiertag in den Arbeiteraufständen Australiens 1856 sowie in dem mehrtägigen Haymarket Riot in Chicago 1886, welches gar mit einem Blutvergießen endete. Diese Ereignisse sind in die Geschichtsbücher eingegangen und prägen bis heute die Bedeutung des 1. Mai als Tag der Arbeit und der Arbeiterbewegung.  Traditionell wird dieser geschichtsträchtige Tag auch als „moving day“ bezeichnet: Arbeiter:innen wechseln an diesem Tag Arbeitsverhältnisse oder Wohnort und platzieren ihre Streiks und Forderungen rund um dieses Datum. Idealerweise werden die gestellten Arbeiter:innenforderungen direkt in die neuen Arbeitsverhältnisse mitaufgenommen.

Vom „Weltfeiertag des Proletariats“ und den ersten Aufmärschen in Österreich

Auch der Sturm auf die Bastille sowie das hundertjährige Jubiläum dessen wird am 1. Mai 1890 gefeiert und zum „Weltfeiertag des Proletariats“ ausgerufen. 

Victor Adler, Gründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) sowie Gründer der Arbeiterzeitung, organisiert für den 1. Mai 1890 einen Arbeiter-Aufmarsch im Wiener Prater. In der Österreichisch-Ungarischen Monarchie wird der 1. Mai nicht zum Feiertag erklärt. Der 1. Mai wird erst 1919 unter der Regierung Renner II zum offiziellen Feiertag ausgerufen.

Austrofaschismus und der 1. Mai

In der Zeit des Austrofaschismus wurden Streiks verboten sowie Aufmärsche untersagt. Unter Dollfuß wurde der 1. Mai zum „Tag der Verfassung“, welcher von 1934 bis 1937 in Österreich begangen wurde. 

In Deutschland wurde ab 1934 am 1. Mai der „Nationale Feiertag des Deutschen Volkes“ gefeiert. Damit wurde der Feiertag gänzlich seiner eigentlichen Widmung beraubt und als nationalsozialistischer Feiertag missbraucht.

Geburtsstunde der Zweiten Republik und der Tag der Arbeit

Nach der Befreiung 1945 wurde der 1. Mai noch im selben Jahr wieder zu einem gesetzlichen Feiertag erklärt. Der 1. Mai 1945 markiert aber nicht nur die Wiederkehr des „Tages der Arbeit“, sondern die Geburtsstunde der Zweiten Republik. An diesem Tag trat die Unabhängigkeitserklärung in Kraft.

 
Heute findet man landesweit am 1. Mai Feierlichkeiten, um den „Tag der Arbeit“ zu begehen. Nicht nur die Sozialdemokratische Partei, sondern auch andere politische Lager laden zu Festen ein.