Smartphone-Sucht? Österreichs Messenger-Konsum steigt weiter an und bricht Rekordmarke

Österreich bricht laut einer neuen Studie von RTR eine historische Rekordmarke von über 100 Milliarden Chatnachrichten im Jahr 2025. Das Smartphone ist derart in unseren Alltag integriert, dass jeder täglich rund 31 Nachrichten verschickt und sich auch die Messenger-Telefonie zunehmend auf dem Vormarsch befindet. Das sorgt für eine veränderte Nachfrage am Telekommunikationsmarkt und wirft Fragen zur Infrastruktur auf.


Das Smartphone wegzulegen fällt den Österreicher:innen schwer - das belegt auch die aktuelle Studie. Der Smartphone-Konsum bricht in Österreich eine historische Rekordmarke © pexels

Die Art und Weise, wie in Österreich kommuniziert wird, verschiebt sich immer deutlicher in den digitalen Raum. Das Smartphone weglegen und Bildschirmzeit reduzieren? Fehlanzeige. Im Jahr 2025 durchbrachen die Österreicherinnen und Österreicher erstmals eine historische Marke von 100 Milliarden Chatnachrichten innerhalb eines Jahres. Dies entspricht rund 31 Nachrichten pro Kopf täglich. Dies geht aus dem aktuellen Jahresbericht des RTR Internet Monitors für das Jahr 2025 hervor. Zudem weißt auch die Messenger-Telefonie steigende Zahlen auf und löst das klassische Telefonieren nach und nach ab. All diese Entwicklungen führen zu einer veränderten Nachfrage am Telekommunikationsmarkt und dem weiteren Ausbau der dafür notwendigen Infrastruktur.

Messenger-Telefonie boomt & Daten-Flatrates immer gefragter

Laut der Studie wurden im vergangenen Jahr insgesamt 102,4 Milliarden Chatnachrichten über Messenger-Dienste versendet – ein Plus von 2,9 Milliarden gegenüber 2024 und ein Zuwachs von 7,9 Milliarden im Vergleich zu 2023. Neben der schriftlichen Kommunikation per Chat verlagert sich auch das klassische Telefonat zunehmend auf internetbasierte Plattformen. Wie Dr. Klaus M. Steinmaurer, Geschäftsführer der RTR für den Fachbereich Telekommunikation und Post weiter bekannt gab, telefonierte die Bevölkerung darüber hinaus beachtliche 33,7 Milliarden Minuten über Messenger-Dienste im Jahr 2025. Zudem verzeichnet die Regulierungsbehörde auch in diesem Segment einen Anstieg gegenüber den Vorjahren, wenngleich das Wachstum hier deutlich moderater ausfällt als bei den reinen Textnachrichten.

Dieses veränderte Nutzungsverhalten wirkt sich unmittelbar auf den Telekommunikationsmarkt und die Produktwahl der Konsumenten aus. Die Nachfrage nach mobilen Breitbandanschlüssen mit einer inkludierten Flatrate für die Datennutzung hat im abgelaufenen Jahr erwartungsgemäß weiter zugenommen. Doch nicht nur Messenger erleben ein Hoch: Auch die klassische E-Mail verzeichnet ein deutliches Wachstum. Die Österreicher:innen steigerten die Anzahl versendeter Mails von 4,1 Milliarden im Jahr 2024 auf rund 4,6 Milliarden im Jahr 2025.

Die Statistik heruntergebrochen: Was bedeutet das pro Kopf?

Legt man die aktuelle statistische Einwohnerzahl von rund 9,1 Millionen Menschen in Österreich zugrunde, ergeben sich für das Jahr 2025 folgende statistische Durchschnittswerte pro Kopf:

  • Chatnachrichten: Jede Einwohnerin und jeder Einwohner in Österreich versendete im Jahr 2025 im Schnitt etwa 11.253 Chatnachrichten, das entspricht rund 31 Nachrichten pro Tag.
  • Messenger-Telefonie: Pro Kopf wurden im vergangenen Jahr durchschnittlich rund 3.703 Minuten (ca. 61,7 Stunden) über Messenger-Dienste telefoniert, was knapp 10 Minuten pro Tag entspricht.
  • E-Mails: Statistisch gesehen wurden pro Österreicher:in im Jahr 2025 rund 505 E-Mails (ca. 10 pro Woche) verschickt.

Österreich mit einem soliden Netz zukunftsfit ausgestattet

Der permanente Anstieg des verbrauchten Datenvolumens im Alltag erfordert aufseiten der Infrastruktur Internetanschlüsse mit immer höheren Übertragungsraten. Die Daten des RTR Internet Monitors zeigen, dass der Ausbau der Festnetz-Breitbandanschlüsse im Jahr 2025 erhebliche Fortschritte gemacht hat. Bereits 37,8 % aller Festnetz-Breitbandanschlüsse im Land können inzwischen mit extrem hohen Bandbreiten von mehr als 1 Gbit/s angeboten werden. Betrachtet man das breitere Marktsegment, wird die fortschreitende Modernisierung noch deutlicher: Fast drei Viertel (rund 75 %) aller verfügbaren Anschlüsse in Österreich bieten mittlerweile Bandbreiten ab 100 Mbit/s aufwärts und sichern damit die Basis für die datenintensive digitale Kommunikation der Zukunft.

NH