Darauf kommt es in Sachen Nachhaltigkeit beim Online-Shopping an

Das Österreichische E-Commerce-Gütezeichen hat untersucht, worauf heimische Online-Shopper beim Thema Online-Handel und Nachhaltigkeit achten. Für den Großteil der Befragten sind Nachhaltigkeitskriterien von Online-Shops bei der Kaufentscheidung relevant.


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Laut einer repräsentativen Studie des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens bestellen inzwischen mehr als 80 Prozent der Befragten zumindest einmal im Monat aus dem Internet. Neben der Vertrauenswürdigkeit und Benutzerfreundlichkeit der Shopping-Website gewinnt das Thema Nachhaltigkeit bei der Kaufentscheidung immer mehr an Bedeutung: Sieben von zehn Personen gaben etwa an, dass ihnen Nachhaltigkeit bei der Auswahl eines Online-Shops wichtig bzw. sehr wichtig ist. Damit wird Nachhaltigkeit zu einem immer bedeutenderen Wettbewerbsfaktor im Online-Handel.

Nachhaltigkeit als relevantes Kaufkriterium

Insgesamt 13 Aspekte zu nachhaltigen Online-Shops hat das Österreichische E-Commerce-Gütezeichen im Rahmen der Befragung genauer unter die Lupe genommen. Bemerkenswert dabei ist: Fast alle der abgefragten Faktoren erhielten eine sehr hohe Zustimmung von jenen Personen, denen Nachhaltigkeit wichtig ist. Die Studienergebnisse verraten, worauf die Konsumenten besonders Wert legen: Für jeweils etwa 92 Prozent spielt die soziale Nachhaltigkeit eine bedeutende Rolle sowie, dass alle bestellten Produkte in einer Lieferung zugestellt werden. Fast ebenso wichtig ist es für die Befragten, dass kein überflüssiges Verpackungsmaterial zum Einsatz kommt.

Nur geringfügig weniger Personen geben an, dass alles, was als nachhaltig bezeichnet wird, auch überprüfbar sein muss. Die Verbraucher setzen also nicht nur auf umweltfreundliche Verpackungen, sondern auch auf Transparenz und Ehrlichkeit der Nachhaltigkeitsangaben. Von den Händlern wird gefordert, dass sie ihre diesbezüglichen Aussagen auch belegen können.

Thorsten Behrens, Geschäftsführer des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens, betont: „Die Studienergebnisse zeigen deutlich, dass Nachhaltigkeit besonders im E-Commerce nicht nur ein Trend ist, sondern sich im Bewusstsein der Konsumenten verankert hat. Anbieter, die das außer Acht lassen, werden langfristig an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Wir raten daher, sich früh mit dem Thema auseinanderzusetzen und Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmensstrategie zu integrieren.“

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Authentizität in der Nachhaltigkeitskommunikation

Ganz nach dem Motto „Wo Nachhaltigkeit draufsteht, soll auch Nachhaltigkeit drinnen sein“ hält ein Großteil der Befragten sowohl nachhaltige Produkte im Sortiment als auch die Nachhaltigkeit des Produktes an sich für relevant. Doch damit ist es noch nicht getan, denn auch die Rahmenbedingungen rund um die Produkte und das Sortiment müssen stimmen.

Folgende Aspekte erzielten ebenfalls Topwerte: kurze Lieferwege, Verpackungen aus Recyclingmaterial, die Überprüfung durch offizielle Stellen sowie die Kennzeichnung und Auffindbarkeit von nachhaltigen Produkten im Sortiment. Weiters zählen eine österreichische beziehungsweise regionale Herkunft sowie eine CO2-neutrale Lieferung für die Befragten zu den wichtigen Aspekten. Ein überraschendes Ergebnis: Bio-Produkte im Sortiment finden „nur“ knapp über 70 Prozent ausschlaggebend, um einen Online-Shop als nachhaltig zu beurteilen.

Hohe Nachfrage nach fairen Arbeitsbedingungen

Mehr als die Hälfte der Befragten nutzte außerdem die Möglichkeit, zusätzliche Aspekte zu nennen, die ihnen im Zusammenhang mit Online-Shops, die Nachhaltigkeit bewerben, wichtig sind. Darin beweist sich das besonders starke Engagement und die Betroffenheit der teilnehmenden Personen in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit. Unter den genannten Kriterien finden sich unter anderem faire Arbeitsbedingungen und gerechte Entlohnung in den Produktionsländern.