Wie erneuerbare Wärme Kosten spart und Unabhängigkeit schafft

Der Umstieg auf erneuerbare Energie hilft nicht nur dem Klima, auch für die eigene Geldtasche ergeben sich Sparpotenziale.


Der Umstieg auf erneuerbare Energiequellen kann österreichischen Haushalten viel Geld sparen © pexels

Angesichts der aktuellen Hitzewelle mag der Gedanke an die nächste Heizperiode auf den ersten Blick absurd wirken. Doch genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um für den kommenden Winter vorzusorgen. Der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) betont, dass sich ein kühler Kopf bei der Wahl des künftigen Heizsystems bezahlt macht. Wer den Umstieg von Öl und Gas auf erneuerbare Energien wagt, schützt sich nicht nur vor unvorhersehbaren Preisschocks auf den internationalen Märkten, sondern senkt auch seine laufenden Kosten dauerhaft.

Wer heute auf ein erneuerbares Heizsystem setzt, macht sich unabhängiger von fossilen Preisrisiken und spart langfristig Energiekosten.

Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin des EEÖ

Bis zu 2.500 Euro Ersparnis im Jahr

Die wirtschaftlichen Vorteile eines Wechsels sind beträchtlich. Kostenvergleiche und aktuelle Berechnungen des EEÖ zeigen, dass Haushalte durch moderne erneuerbare Systeme ihre Energiekosten drastisch reduzieren können. Wer beispielsweise von einer Gasheizung auf Pellets umstellt, spart auf Basis der aktuellen Preise bis zu 2.500 Euro pro Jahr. Beim Umstieg von einer Ölheizung auf Pellets liegt die jährliche Ersparnis immerhin noch bei über 1.800 Euro. Ähnlich deutliche Entlastungen ermöglichen zudem Wärmepumpen, Solarthermie, Geothermie sowie moderne Biomassesysteme.

Fossile Energie im Preis volatiler und schädlicher fürs Klima

Die wiederkehrende Preisachterbahn bei fossilem Öl und Gas – ausgelöst durch geopolitische Krisen und volatile Märkte – bringt Verbraucherinnen und Verbraucher regelmäßig in Bedrängnis. Neben den individuellen Kostenfolgen belasten fossile Energien die gesamte Volkswirtschaft, da jährlich mehrere Milliarden Euro für Energieimporte ins Ausland abfließen. Gleichzeitig treiben sie die Klimakrise weiter voran, was sich nicht zuletzt in Extremwetterereignissen wie der gegenwärtigen Hitzewelle zeigt.

Kritik an sinkenden Fördermitteln und drohendem Förderstopp

Trotz dieser klaren Argumente sieht der Dachverband die aktuellen politischen und budgetären Entwicklungen mit großer Sorge. Zwar stellt die öffentliche Hand weiterhin Mittel für den Heizungstausch bereit, allerdings werden sowohl die Fördersätze als auch das gesamte Fördervolumen reduziert. Nach Ansicht des EEÖ reicht dieser Rahmen bei weitem nicht aus, um die nötige Geschwindigkeit beim Ausstieg aus fossilen Energieträgern beizubehalten. Der Verband warnt davor, dass Konsumentinnen und Konsumenten in der fossilen Kostenfalle im Stich gelassen werden.

Angesichts dieser Barrieren sieht der Dachverband die Politik in der Pflicht, rasch zu handeln und verlässliche Rahmenbedingungen für die Wärmewende zu schaffen. Es brauche dringend einen verbindlichen und klaren Ausstiegspfad aus fossilen Heizungen. Ohne diese gesetzlichen und strukturellen Leitplanken drohe Österreich im internationalen Vergleich wertvolle Zeit bei der Versorgungssicherheit, dem Klimaschutz und der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.

NH