Digitale Außenwerbung zählt aktuell zu den dynamischsten Mediengattungen überhaupt. Während viele traditionelle Medienkanäle mit strukturellen Problemen kämpfen, verzeichnet der Bereich Digital Out of Home (DOOH) einen deutlichen Aufschwung. In einem Gespräch mit Otto Koller, dem Herausgeber des MedienManager, beleuchtet Sascha Berndl, CEO von INFOSCREEN Austria, die zentralen Erfolgsfaktoren dieser Werbeform. Die Digitalisierung erweist sich dabei als massiver Treiber: DOOH ist im öffentlichen Raum mittlerweile schlicht unvermeidbar geworden und gewinnt sowohl für große nationale Marken als auch für regionale Unternehmen rasant an Bedeutung.
Die Langeweile in der Wartesituation als Erfolgsfaktor
Ein entscheidender Erfolgsfaktor von INFOSCREEN liegt in der gezielten Bekämpfung der alltäglichen Langeweile im öffentlichen Verkehr. Wenn Menschen tagtäglich an Haltestellen oder in Bahnen sitzen, entsteht häufig eine klassische Wartesituation, in der jede Ablenkung willkommen ist. Weil die Bildschirme die aufkommende Öffi-Langeweile effektiv überbrücken, sichern sie sich eine außergewöhnlich lange Aufmerksamkeitsspanne. Die Konsumenten nehmen das Programm nicht nur passiv wahr, sondern geben in Befragungen sogar explizit an, dass sie die Infoscreens in diesen Momenten aktiv anschauen und als nützliches Angebot nutzen. Dabei setzt INFOSCREEN auf einen Mix aus 70 Prozent redaktionellem Content – wie klassischen Nachrichten, Unterhaltungsformaten und dem Wetter – und nur 30 Prozent Werbeanteil, der die Fahrgäste abholt.
Das Phänomen der Doppelnutzung der Gen-Z
Besonders effizient erweist sich das Medium bei der ohnehin schwer erreichbaren Zielgruppe der 14- bis 25-Jährigen. Entgegen der landläufigen Meinung nutzen junge Menschen in den öffentlichen Verkehrsmitteln keineswegs nur ihre Smartphones. Die Marktforschung zeigt ein neues Phänomen – die sogenannte Doppelnutzung: Bei Interesse am gezeigten Content schauen die Menschen neben dem Blick aufs Handy ganz gezielt auch auf die Bildschirme.
Hohe Reichweiten in den Landeshauptstädten
Die Reichweitenzahlen unterstreichen die starke Präsenz des Mediums in den österreichischen Landeshauptstädten. Allen voran liegt Wien mit einer Reichweite von knapp 35 Prozent auf dem Spitzenplatz. In Innsbruck werden 20 Prozent der Menschen erreicht, während die Werte in Linz und Graz jeweils knapp unter der 20-Prozent-Marke liegen.
Neue Marketingmöglichkeiten und geografische Nähe zu Point of Sale
Die technologische Flexibilität bei der Ausstrahlung eröffnet völlig neue Marketingstrategien. Ein Markenaufbau ist über diesen Kanal von null auf umsetzbar. Dabei richtet sich das Angebot keineswegs nur an große Konzerne: Unternehmen haben die Chance, maßgeschneiderte Angebote in den verschiedensten Bereichen zu schalten.
Einzigartig ist dabei die geografische Nähe zum Point of Sale: Unternehmen können über die Screens punktgenau auf Angebote aufmerksam machen, die für den Konsumenten direkt an der jeweiligen Haltestelle vor Ort bereitstehen. Um diese Netze stabil zu betreiben und weiterzuentwickeln, setzt das Unternehmen auf enge Kooperationen mit privaten Betrieben, Städten und den jeweiligen öffentlichen Verkehrsverbänden.
NH
