Laut der aktuellen Studie „Die digitale Dividende“, herausgegeben von Accenture, der Industriellenvereinigung (IV) und dem Institut Economica, führt der technologische Fortschritt zu messbaren Zuwächsen bei Umsatz und Beschäftigung, dadurch zu gesteigerter Produktivität. Während der Anteil der sogenannten „digitalen Champions“ auf über 5 Prozent gestiegen ist, verringert sich die Gruppe der Nachzügler stetig. Die Analyse unterstreicht, dass digitale Vorreiter im Vergleich zum Durchschnitt ein um 6,1 Prozentpunkte höheres Produktivitätswachstum erzielen.
Vorsprung durch innovative Technologien und Cloud-Lösungen
Accenture, die Industriellenvereinigung (IV) und Economica erheben seit bereits fünf Jahren mit der gemeinsamen Studie den aktuellen Status. Durch die wiederkehrende Erhebung können sowohl Wirkung als auch Fortschritte der Digitalisierung gezeigt werden.
Ein wesentlicher Treiber für den Erfolg ist der konsequente Einsatz moderner Werkzeuge wie Cloud-Computing, Digital Twins und Künstliche Intelligenz (KI). Die Studie verdeutlicht, dass digitale Spitzenreiter neue Technologien signifikant schneller adaptieren als der Rest des Marktes. So liegt die Nutzung von KI bei diesen Unternehmen um 26 Prozent höher als bei den Nachzüglern. Besonders bei der Prozessautomatisierung zeigt sich ein klarer Fokus auf interne Abläufe: Rund zwei Drittel der Betriebe setzen bereits auf automatisierte Planung und Produktion, während Bereiche wie der Vertrieb und die Kundenkommunikation noch ungenutzte Potenziale aufweisen.
Österreich im europäischen Spitzenfeld der KI-Nutzung
Im internationalen Vergleich positioniert sich Österreich bei der Anwendung von Künstlicher Intelligenz im oberen Mittelfeld der Europäischen Union. Mit einer Nutzungsrate von 30 Prozent liegen die heimischen Betriebe deutlich über dem EU-Schnitt von 20 Prozent, wenngleich Vorreiter wie Dänemark (42 Prozent) noch einen Vorsprung halten. Die Datenbasis für solche Anwendungen hat sich seit 2021 massiv verbessert; die Nutzung von Daten für KI-Zwecke stieg im Beobachtungszeitraum um 66 Prozent. Expert:innen betonen hierbei, dass die Größe eines Unternehmens keine Barriere darstellt – auch Klein- und Mittelbetriebe (KMU) und Handwerksbetriebe können durch gezielte Transformation zum Champion aufsteigen.
Die österreichischen Unternehmen haben die optimalen Voraussetzungen: Zugänge sind vorhanden und auch die technischen Schnittstellen für die Automatisierung existieren. Seit 2021 wurde die Nutzung von KI stetig gesteigert.
Schneller Return on Investment und Zeitersparnis im Alltag – gesteigerte Produktivität durch KI
Besonders bemerkenswert ist die Geschwindigkeit, mit der sich Investitionen in Künstliche Intelligenz amortisieren. Trotz der relativen Neuheit der Technologie geben bereits 39 Prozent der Anwender:innen einen positiven Return on Investment (ROI) an. Neben einer gesteigerten Arbeitsqualität und sinkenden Fehlerquoten wirkt sich KI vor allem auf die Effizienz aus: Im Durchschnitt sparen Nutzer:innen durch KI-Unterstützung etwa 1,25 Stunden pro Arbeitstag ein. Dies entspricht rechnerisch einem Gewinn von einem zusätzlichen Drittel an Arbeitskraft, was angesichts des Fachkräftemangels eine entscheidende strategische Rolle für den Standort Österreich spielt.
SZ/NH
