Bundesrechenzentrum stellt Trends am Technologie-Sektor vor

Innovation, Weiterentwicklung und Verbesserung aktueller Verwaltungsprozesse: Das Bundesrechenzentrum (BRZ) stellt in einem sechzigseitigen Bericht mit dem Technologieradar aktuelle Trends und Neuerungen vor, mit welchen der öffentliche Sektor Prozesse verbessern und effizienter gestalten kann.


Das Technologieradar stellt die Top-Trends 2024 am Technologie-Sektor vor. Besonders hervorstechend sind die Bereiche Künstliche Intelligenz, Wissenstransfer, Automatisierung, Data Governance, Zero Trust sowie Universal Access.
Die Top-Trends des Bundesrechenzentrums 2024. ©BRZ

Das Technologieradar des Bundesrechenzentrum (BRZ) zeigt in übersichtlicher Form, wie IT-Trends und innovative Technologien in der Verwaltung einsetzbar sind. Zudem werden weitere Innovationen von Expert:innen beobachtet und analysiert. Sechs große Trends sind hervorzuheben: Künstliche Intelligenz, Wissenstransfer, Automatisierung, Data Governance, Zero Trust sowie Universal Access.

BRZ-Geschäftsführer Roland Ledinger sieht in der Technologiebeobachtung einen entscheidenden Faktor, um Kund:innen zukunftssicheren Service anbieten zu können. Gemeinsam mit ihnen will man Möglichkeiten aufdecken und einplanen, um innovative Dienstleistungen bieten zu können.

Mega-Trend des Technologieradar: Künstliche Intelligenz (KI) und ihre Einsatzfelder

Künstliche Intelligenz ist in aller Munde, auch im Bereich der öffentlichen Verwaltung spielen Entwicklung auf diesem Gebiet eine große Rolle: Generative KI ermöglicht neue Formen diverser Assistenzsysteme und Recherche-Tools, welche in der Verwaltung zum Einsatz kommen können. Das BRZ arbeitet schon seit längerem auf diesem Gebiet. In diesem Zusammenhang wurde ein Prüfkatalog entwickelt, der zu einem tieferen und gemeinsamen Verständnis zu vertrauenswürdiger KI, also Trustworthy AI, beitragen soll. Das Reduzieren von Risiken bei gleichzeitiger Maximierung des Nutzens ist ebenfalls ein wichtiger Part jenes Prüfkatalogs. KI bietet ein weites Feld an Applikationen, wobei vor allem Large Language Models (LLM), AI-Copilots, Prompt Engineering oder Retrieval Augmented Generation, die Anreicherung von LLM-Systemen mit Informationen, im Trend liegen.

Aktuell wird KI schon in der Verwaltung genutzt: Bilderkennung und Face Detection sind für eine automatisierte Erkennung und Beschlagwortung von Bildbeständen im Archiv zuständig. Objekte und Szenen werden registriert und katalogisiert. Auch Gesichter können erkannt und gezielt anonymisiert werden, um die Persönlichkeitsrechte bestmöglich zu schützen. Auch die Anonymisierung von Gerichtsurteilen kann mithilfe von Künstlicher Intelligenz beschleunigt werden: Bei der Publikation von Urteilen müssen alle personenbezogenen Daten entfernt werden, um Rückschlüsse nicht möglich zu machen. Aufgrund von festgelegten Regeln kann die Anwendung des BRZ diese Prozesse wesentlich beschleunigen. Auch die Unterstützung für Unternehmen am Unternehmensserviceportal wird mithilfe von AI verbessert. Dadurch erleichtert man Unternehmer:innen die Suche nach passenden Förderungen für ihre Projekte.

Automatisierung und Wissenstransfer befinden sich aktuell im Generationenwechsel

Pensionierungen und der Wechsel der Generationen spielen auch in der öffentlichen Verwaltung eine Rolle: Auswirkungen der fortschreitenden Pensionierung sind deutlich spürbar. Mithilfe von KI-Applikationen kann dem Wissenstransfer und der Automatisierung in der Verwaltung begegnet werden. Die Weitergabe von bestehendem Wissen und die Abarbeitung von routinemäßigen Aufgaben kann mithilfe neuer Prozesse und Innovationen vereinfacht und automatisiert werden.

Data Governance ist ein Treiber der Innovationen

Daten sind der Rohstoff der Digitalisierung. Sie sind wichtig für das Training von KI und sind die Basis für Innovationen in Unternehmen und Organisationen. Grundlage eines europäischen Modells des Datenaustausches ist der Data Governance Act (DGA) der Europäischen Kommission. Dieser zielt darauf ab, das Vertrauen im Austausch von Daten zu stärken, technische Hindernisse zu überwinden und auch die Verfügbarkeit von Daten zu stärken. Ziel ist vor allem das Potenzial der Daten bestmöglich zu nutzen und so als EU an vorderster Front der zweiten Innovationswelle auf Datengrundlage stehen zu können. Für die öffentliche Verwaltung sind vor allem ein verantwortungsbewusster Umgang mit Daten sowie ein effektives Arbeiten damit von Bedeutung. Von Nutzen sind Applikationen hierfür beispielsweise bei Datenmanagement-Plattformen oder -portalen.

Datenschutz als Voraussetzung von Innovation hervorgehoben im Technologieradar

Um IT-Anwendungen im öffentlichen Sektor voranzutreiben und weiterzuentwickeln, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, dass Sicherheit und Datenschutz gewährleistet werden können. Der vom BRZ als „Top Trend“ gekennzeichnete Bereich „Zero Trust“, markiert einen Paradigmenwechsel, welcher ein Umdenken fordert. Bei „Zero Trust“-Modellen wird davon ausgegangen, dass man immer von verschiedensten internen und externen Gefahren bedroht ist. Ziel ist es, dass Datenlecks verhindert werden und keine Informationen an Dritte gelangen. Grundlage des Sicherheitskonzeptes ist die Annahme, dass kein Benutzer, kein Netzwerk und kein Gerät „von Natur aus“ vertrauenswürdig sind.

Universal Access: Gleichberechtigter Zugang zu Informationen für alle

Alle Bürger:innen sollen Zugang zur Informationsgesellschaft haben und so auch alle Services nutzen können. Hervorzuheben sind an dieser Stelle auch die digitale Barrierefreiheit in der Informationsverbreitung und Technologien, die hiermit im Zusammenhang stehen. Im Technologieradar werden Schlagworte rund um Demokratisierung von Technologie, Diversität und Inklusion sowie lebenslangem Lernen untersucht.

Insgesamt stellt das BRZ mit dem Technologieradar den Status Quo sowie zukünftige Neuerungen am Sektor der Technologien vor. Diese können die Verwaltung und somit auch die Services für Bürger:innen effizienter gestalten.

Die gesamte Publikation inklusive der Vorstellung der Mega-Trends in Graphiken und Texten, kann hier kostenlos heruntergeladen werden.