Fachkräfte für den Klimaschutz

Der Fachkräftemangel am österreichischen Arbeitsmarkt hat nicht nur Auswirkungen auf Österreichs Wirtschaft, sondern auch auf den Kampf gegen die Klimakrise. Um den Mangel an Fachkräften zu verringern, fordert Arbeiterkammer Präsidentin Renate Anderl, dass Unternehmen stärker in die Pflicht genommen werden, ihre Mitarbeiter aus- und weiterzubilden.


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Damit die Ziele im Klimaschutz und der Energiewende erreicht werden, braucht es laut Arbeiterkammer zusätzliche Fachkräfte im Umweltsektor. Diese so genannten Green Jobs gibt es in diversen Branchen. Unter Green Jobs fallen laut Europäischer Union alle Arbeitsplätze, die in der Herstellung von Produkten, Technologien und Dienstleistungen Umweltschäden vermeiden und natürliche Ressourcen erhalten. Bis 2030 fehlen laut Experten rund 100.000 Fachkräfte für solche Green Jobs. Eine Umfrage unter 744 Kommunen der Europäischen Investitionsbank zeigt, dass der Fachkräftemangel die Umsetzung von Maßnahmen gegen die Klimakrise deutlich bremst.

Aus- und Weiterbildung ein Teil der Lösung

Um die Anzahl an Personen, die für klimapolitische Maßnahmen wie thermische Gebäudesanierung, Austausch von Öl- und Gasheizungen oder den Ausbau des öffentlichen Verkehrs benötigt werden, zu erhöhen, möchte die Arbeiterkammer auch Unternehmen in die Pflicht nehmen. Laut Arbeiterkammerpräsidentin Renate Anderl, müssen Unternehmen ihren Mitarbeitern Aus- und Weiterbildungen ermöglichen und die Kosten nicht an die Allgemeinheit weitergeben. Renate Anderl untermauert ihre Forderungen mit einer aktuellen WIFO-Analyse der Beschäftigungstrends. Laut WIFO waren mehr als die Hälfte der Personen, die 2021 als Hilfsarbeiter tätig waren, für ihre Tätigkeit überqualifiziert. Erworbene Kompetenzen durch Lehrabschlüsse, BHS- und AHS-Abschlüsse oder FH und Universität können in Hilfsarbeitstätigkeiten nicht eingesetzt werden. Gerade Personen aus dem Ausland haben Probleme, ihre im Ausland erworbenen Abschlüsse in Österreich anerkennen zu lassen.

Die Voraussetzungen müssen gegeben sein

Eine wichtige Rolle, um Arbeitssuchende für Jobs im Umweltsektor zu fördern, trägt laut Arbeiterkammer das Arbeitsmarktservice. Arbeitsmarktpolitische Strategien müssen sich auf zukunftsfähige und ökologisch nachhaltige Beschäftigung fokussieren. Dafür benötigt es laut Arbeiterkammer das Arbeitsmarktservice ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen. Voraussetzungen für eine klimaschützende Wirtschafts- und Industriepolitik an denen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer orientieren, müssen von der Politik geschaffen werden.