Es ist ein deutliches Signal für den Wissenschaftsstandort Wien: Mit der ersten „Science Conference“ hat die Fakultät für Medizin der Sigmund Freud Privatuniversität (SFU MED) ihre Forschungsstärke demonstriert. Über 150 Expert:innen verwandelten das Konferenzzentrum der Klinik Floridsdorf in einen lebendigen Raum für medizinische Innovation und interdisziplinären Dialog.
Unter dem Leitsatz „lehren. forschen. versorgen.“ setzte die SFU MED ein Ausrufezeichen hinter ihren Anspruch, Wissenschaft und klinische Praxis miteinander zu verbinden. Die Konferenz versammelte ein hochkarätiges Publikum aus Ärztinnen, Forschenden sowie Vertreter:innen namhafter Partnerinstitutionen, um die Ergebnisse jahrelanger Arbeit zu präsentieren und neue Synergien zu stiften. Dem renommierten Lungenforscher Prof. Dr. Emiel F. M. Wouters wurde als besonderer Höhepunkt die Honorarprofessur verliehen.
Mit der 1. Science Conference ist es uns gelungen, die Forschungsleistungen unserer Fakultät gemeinsam mit unseren Partnerkliniken sichtbar zu machen
Univ.-Prof. Dr. Manuela Födinger, Dekanin der SFU MED
Ein Schaufenster der wissenschaftlichen Breite
Das dichte Vortragsprogramm spiegelte dabei die beeindruckende fachliche Diversität wider: Von Onkologie und Kardiologie über Infektiologie bis hin zur Versorgungsforschung und translationalen Chirurgie wurden aktuelle Publikationen diskutiert. Besonders deutlich wurde dabei, dass Forschung an der SFU kein Selbstzweck ist. Vielmehr versteht sich die Fakultät als forschungsaktiver Motor, der Wissen generiert, das unmittelbar in die Patientenversorgung und die Ausbildung künftiger Mediziner:innen einfließt. Auch SFU-Rektor Univ.-Prof. Dr. Johannes Pollak betonte die strategische Relevanz des Events: Es gelte, die „hervorragenden Leistungen“ der Universität einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
„Science Village“: Forschung zum Anfassen
Ein innovatives Highlight der Tagung war das sogenannte Science Village. In neun interaktiven Forschungs-Hubs wurde die Theorie verlassen und die Praxis greifbar gemacht. Die Teilnehmenden konnten sich in direktem Austausch mit den Wissenschaftler:innen über Schwerpunkte wie seltene Krankheiten (Rare Diseases), Biomarkerforschung oder moderne Orthopädie informieren. Mittels Videos, Präsentationen und Projektübersichten entstand ein Raum, der den Dialog zwischen universitärer Forschung und klinischem Alltag förderte.
Diese enge Verzahnung wird maßgeblich durch ein starkes Netzwerk getragen. Kooperationen mit Partnern wie dem Wiener Gesundheitsverbund, der Vinzenz Gruppe, dem Ludwig Boltzmann Institut für Lungengesundheit, der AUVA sowie den Barmherzigen Brüdern Wien bilden das Fundament, auf dem klinische Fragestellungen in wissenschaftliche Antworten übersetzt werden.
Ehrung für einen Pionier der Pneumologie
Ein emotionaler und wissenschaftlicher Höhepunkt war die Verleihung der Honorarprofessur an Prof. Dr. Emiel F. M. Wouters. Der international renommierte Lungenexperte wurde für seine herausragenden Verdienste und seine enge Verbundenheit zur SFU MED geehrt. Wouters, der unter anderem die bekannte LEAD-Studie wissenschaftlich berät, unterstrich in seiner Keynote zum Thema „Healthy Aging“, wie wichtig ein Paradigmenwechsel in der Medizin ist. Am Beispiel der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) plädierte er dafür, Krankheiten nicht isoliert, sondern als systemische Syndrome zu betrachten. Sein Ansatz einer individualisierten Behandlung, die den gesamten Patienten und dessen Lebensrealität einbezieht, stieß auf große Resonanz im Fachpublikum.
Ausblick: Ein Format mit Zukunft
Die erste Science Conference der SFU MED war mehr als eine Bestandsaufnahme; sie war eine Standortbestimmung. Die hohe Teilnehmerzahl sowie die Qualität der Debatten belegen das wachsende Interesse an einer vernetzten, praxisnahen Spitzenforschung in Österreich.
NH
