Forschung im Rampenlicht: Die Siegerprojekte des Houskapreis 2026

Der diesjährige Houskapreis wurde für Projekte aus dem Bereich Beschichtungen, Energiemanagement und Medizintechnik verliehen.


v.l.n.r.: Erich Hampel (B&C), Birgit Noggler (B&C), Bharath Varsh Rao (AIT), Vera Pamminger (sendance), Helmut Riedl-Tragenreif (TU Wien), Gunpreet Coudert Oberoi (MedUni Wien), Wolfgang Hofer (B&C) © Alexander Müller

Es ist der „Oscar“ der heimischen Wissenschaftsszene: Am 21. April 2026 verwandelte die B&C Privatstiftung Wien erneut in das Zentrum der Innovationswelt. Bei einer glanzvollen Gala vor rund 400 geladenen Gästen wurde der Houskapreis 2026 verliehen. Mit einer Gesamtdotierung von 760.000 Euro unterstreicht die Auszeichnung ihre Position als bedeutendster privater Forschungspreis Österreichs und setzt ein starkes Zeichen für den Wirtschaftsstandort.

Seit über zwei Jahrzehnten verfolgt die B&C Privatstiftung ein klares Ziel: Den Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu forcieren. Die prämierten Innovationen aus den Bereichen Beschichtungen, Energiemanagement und Medizintechnik demonstrieren, dass Spitzenforschung hierzulande nicht nur publiziert, sondern direkt in die wirtschaftliche Anwendung übersetzt wird.

Die diesjährigen Siegerprojekte zeigen eindrucksvoll, wie leistungsfähig anwendungsnahe Forschung in Österreich ist. Sie verbinden wissenschaftliche Exzellenz mit konkreter Umsetzung und leisten damit einen wichtigen Beitrag für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Die B&C gratuliert den Preisträgerinnen und Preisträgern sehr herzlich zu dieser Auszeichnung

Erich Hampel, Vorstandsvorsitzender der B&C Privatstiftung

Rekordtemperaturen und High-Tech-Beschichtungen an der TU Wien

In der Kategorie Hochschulforschung sicherte sich die Technische Universität Wien den ersten Platz. Das Team um Professor Helmut Riedl-Tragenreif vom Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie überzeugte die Jury mit dem Projekt „The Hotter, the Better“. Dabei geht es um mikrometerdünne Hochtemperatur-Beschichtungen für Turbinen.

Diese technologische Meisterleistung sorgt dafür, dass Bauteile extremen Hitzeeinwirkungen standhalten, was nicht nur die Lebensdauer der Maschinen erhöht, sondern auch deren Effizienz massiv steigert. „Unsere Beschichtungen zeigen, wie entscheidend robuste Materialien für die Industrie von morgen sind“, so Riedl-Tragenreif bei der Entgegennahme der goldenen Houskapreis-Statue und des Preisgeldes von 150.000 Euro.

KI als Herzschlag der Energiewende: Erfolg für das AIT

Den Sieg in der Kategorie Außeruniversitäre Forschung trug das AIT Austrian Institute of Technology davon. Mit dem Projekt „Voltera“ liefert das Center for Energy eine digitale Antwort auf eine der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie lassen sich immer mehr erneuerbare Energien in die bestehenden Stromnetze integrieren?

Die KI-gestützte Lösung optimiert die Kapazitätsauslastung in Verteilernetzen und verhindert Engpässe, ohne dass teure neue Leitungen verlegt werden müssen. Forschungsingenieur Bharath Varsh Rao erklärte, dass Voltera eine konkrete Antwort auf die Herausforderungen der Energiewende sei. Die schlanke Architektur des Systems erlaube zudem eine schnelle, kosteneffiziente Implementierung in unterschiedlichste Netzumgebungen.

Intelligente Orthopädie: KMU-Sieg für sendance

Dass Innovationskraft keine Frage der Unternehmensgröße ist, bewies das Linzer Unternehmen sendance. In der Kategorie Forschung & Entwicklung in KMU belegte das Team rund um Geschäftsführer Robert Koeppe den ersten Platz. Das Unternehmen hat eine sensorbasierte Datenplattform entwickelt, die orthopädische Hilfsmittel – wie etwa Prothesen oder Einlagen – „intelligent“ macht.

Durch die präzise Messung von Druck und Passform können Hilfsmittel erstmals objektiv und datenbasiert an die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten angepasst werden. „Uns ist es gelungen, die Wirkung medizinischer Hilfsmittel erstmals messbar darzustellen“, freute sich Koeppe über die Anerkennung, die mit 150.000 Euro dotiert ist.

Die nächste Generation entscheidet: Der Mariella-Schurz-Preis

Ein besonderes Highlight der Verleihung war die Vergabe des Mariella-Schurz-Preises. Dieser Preis wird von einer Jury aus Schülern der Sir-Karl-Popper-Schule vergeben und bringt eine frische, gesellschaftsrelevante Perspektive in den Wettbewerb.

Die Wahl der Jugendlichen fiel auf die Medizinische Universität Wien und das Projekt „SVAN“. Hierbei handelt es sich um eine intelligente Bohrplattform für chirurgische Eingriffe, die Veränderungen im Knochenwiderstand erkennt und den Bohrvorgang automatisch stoppt, bevor Verletzungen entstehen. Neben der Sicherheit im OP-Saal punktete das Projekt durch seine unmittelbare Relevanz für die menschliche Gesundheit.

NH