Der Energiemarkt in Österreich ist erneut stark in Bewegung geraten. Wie aktuelle Daten des Vergleichsportals „durchblicker“ zeigen, reagieren Haushalte derzeit mit steigenden Wechselaktivitäten auf die jüngsten geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Trotz beruhigender Signale seitens der Regierung scheint die Sorge vor einer Wiederholung der Energiekrise von 2022 das Handeln der Konsument:innen maßgeblich zu bestimmen.
Die Menschen spüren, dass sich etwas bewegt und handeln aus Sorge, dass sich die Preissteigerungen im Großhandel auch bald wieder auf der eigenen Energierechnung bemerkbar machen. Vielen Energiekund:innen sitzt noch der rasante Preisanstieg 2022 im Nacken, der durch den russischen Angriff auf die Ukraine ausgelöst wurde und zu hohen Preisen und eingeschränkten Wechseloptionen geführt hat.
durchblicker-Fixkostenexperte Martin Zwickl
Nachfrage nach neuen Gastarifen verdreifacht sich binnen weniger Tage
Die Zahlen verdeutlichen die aktuelle Dynamik: Seit der Eskalation des Nahostkonflikts Ende Februar hat sich die Nachfrage nach Tarifwechseln bei Gas auf dem Portal mehr als verdreifacht. Auch im Strombereich ist ein deutlicher Trend erkennbar, hier haben sich die Wechselanfragen knapp verdoppelt. Diese Entwicklung trifft auf einen Markt, der bereits erste Anzeichen einer Verknappung zeigt. Marktbeobachter berichten, dass erste Energieanbieter bereits damit begonnen haben, ihren Vertrieb einzuschränken oder die Preise für Neukunden anzuheben.
Trauma der Energiekrise 2022 sitzt tief
Hinter der aktuellen Wechselwelle steht primär das Bedürfnis der Haushalte nach Stabilität und Kalkulierbarkeit ihrer Kosten. Laut Martin Zwickl, Fixkostenexperte bei durchblicker, sei das Verhalten der Konsument:innen stark durch die Erfahrungen aus dem Jahr 2022 geprägt. Damals sorgte der russische Angriff auf die Ukraine für explodierende Preise auf dem Energiemarkt. „Die Menschen spüren, dass sich etwas bewegt, und handeln aus Sorge, dass sich die Preissteigerungen im Großhandel auch bald wieder auf der eigenen Energierechnung bemerkbar machen“, so Zwickl. Der Wunsch, „böse Überraschungen“ wie vor vier Jahren zu vermeiden, führe dazu, dass viele Kund:innen nun aktiv nach Absicherung suchen.
Experten raten zu langfristigen Fixpreisgarantien
Aufgrund der Marktschwankungen raten Expert:innen zu einem raschen Wechsel in Tarife mit langfristigen Preisgarantien, die teilweise bis Ende 2028 Sicherheit bieten. Da erste Anbieter bereits Konditionen verschlechtern, sollten insbesondere Nutz:inner von variablen Floater-Tarifen ihre Verträge umgehend prüfen. Ein zeitnaher Vergleich ermöglicht es, sich aktuelle Preisvorteile zu sichern, bevor der Marktdruck weiter zunimmt.
NH
