KI im Agrarsektor: Wie moderne Technologie den Weg vom Labor auf das Feld findet

Künstliche Intelligenz eröffnet der Landwirtschaft völlig neue Perspektiven: Das Spektrum reicht von autonomen Agrarrobotern und Drohnen über intelligente Bildverarbeitung bis hin zu datenbasierten Entscheidungen und ressourcenschonenden Produktionsverfahren.


KI im Agrarsektor: Österreich baut sein Know-how aus und präsentiert Lösungen für die heimische Landwirtschaft © pexels

Künstliche Intelligenz eröffnet der Landwirtschaft völlig neue Perspektiven. Doch damit aus theoretischen Möglichkeiten praxistaugliche Produkte entstehen, erfordert der Entwicklungsprozess weit mehr als reine Algorithmen. Unternehmen benötigen Zugang zu Fachexpertise, Dateninfrastrukturen, Testmöglichkeiten, Rechenleistung und Finanzierungen. Um diesen Technologietransfer gezielt zu beschleunigen, bündeln die drei von der Europäischen Union und der Republik Österreich kofinanzierten Initiativen AgrifoodTEF, EDIH AI5innovation und AI Factory Austria AI:AT ihre Kompetenzen.

Künstliche Intelligenz bietet enorme Chancen, unsere Landwirtschaft effizienter, ressourcenschonender und wettbewerbsfähiger zu machen. Entscheidend ist, dass der technologische Fortschritt bei allen Bäuerinnen und Bauern ankommt. Mithilfe künstlicher Intelligenz können landwirtschaftliche Betriebe Düngeapplikationskarten erstellen und damit ihre Düngereffizienz um bis zu zehn Prozent steigern. Solche Innovationen zeigen, wie wir mit moderner Technologie Betriebsmittel gezielter einsetzen, Kosten senken und gleichzeitig unsere natürlichen Ressourcen schonen können.

Umweltminister Norbert Totschnig

Drei Partner – ein durchgängiges Innovationsökosystem

Der entscheidende Mehrwert für Betriebe liegt in der engen Vernetzung der drei Akteure, die ein lückenloses Unterstützungsangebot von der ersten Idee bis zur Marktreife bilden:

  • AgrifoodTEF: Das europäische Netzwerk bietet Testinfrastrukturen speziell für die Land- und Lebensmittelwirtschaft. In Österreich stehen dafür Versuchsfelder, Versuchsstallungen und digitale Testumgebungen bereit, um KI- und Robotiklösungen unter realen Bedingungen zu validieren.
  • EDIH AI5innovation: Der European Digital Innovation Hub unterstützt österreichische Unternehmen bei der digitalen Transformation. Neben „Test before Invest“-Programmen gehören Trainingsangebote, Finanzierungsberatung und der Zugang zum europäischen Digitalisierungsnetzwerk zum Portfolio.
  • AI Factory Austria (AI:AT): Als nationale AI Factory im Rahmen des EuroHPC Joint Undertaking kombiniert die Initiative Hochleistungsinfrastruktur mit einem physischen Hub. Das Angebot reicht von der Beratung und Use-Case-Entwicklung über die Datenimplementierung bis hin zum Zugang zu europäischen Supercomputern (High-Performance Computing).

Durch diese Kooperation müssen Unternehmen nicht selbst ermitteln, welche Anlaufstelle für den nächsten Entwicklungsschritt die richtige ist. Wandelt sich eine Idee zum Prototyp, unterstützt AI5innovation; braucht es branchenübergreifende KI-Expertise und Rechenleistung, schaltet sich AI:AT ein; geht es um die finale Erprobung auf dem Feld, stellt AgrifoodTEF die nötigen Versuchsflächen bereit.

Technologietransfer als Erfolgsfaktor für den Standort

In Österreich ist die Kooperation der Initiativen bereits gelebte Praxis. Franz Sümecz von der Pilotfabrik der TU Wien, Projektleiter und Koordinator des EDIH AI5innovation, bezeichnet KI als Revolution, die die Produktionswelt grundlegend verändert. Während Österreich über hervorragendes Know-how verfüge, liege die eigentliche Herausforderung im Wissenstransfer in die industrielle Anwendung. Niederschwellige Werkzeuge und synergetische Kooperationen über Initiativen hinweg seien daher unverzichtbar, um die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Betriebe nachhaltig zu sichern.

KI für die Landwirtschaft entsteht nicht im Alleingang. Landwirt:innen, Unternehmen und Forschende bringen ihre Fragestellungen, Daten und ihr Wissen aus der Praxis ein, AI Factory Austria steuert KI-Expertise und Zugang zu leistungsfähiger Infrastruktur bei, AI5innovation und AgrifoodTEF ergänzen Erprobung und Validierung unter realen Bedingungen. So wird aus einer guten Idee eine marktfähige Lösung.

Karl Kugler, Co-Lead der AI Factory Austria

Co-Lead Markus Stöhr ergänzt, dass Entwickler neben verlässlicher Rechenleistung vor allem Klarheit über den Verbleib ihrer Daten benötigen. Durch den vereinfachten Zugang zu nationalen und europäischen Supercomputern schaffe die Initiative die nötige Basis, damit praxistaugliche KI-Anwendungen auch unter schwankenden Wetter- und Bodenbedingungen verlässlich funktionieren.

NH