Besuch von Minister Hanke: Müller Transporte testet E-LKW auf der Langstrecke

Das Transport- und Logistikunternehmen Müller Transporte aus Wiener Neudorf setzt den Startschuss für elektronischen Schwerlastverkehr in Österreich


Bundesminister Peter Hanke (BM für Innovation, Mobilität und Infrastruktur) und die Geschäftsführung von Müller Transporte. Am Foto (v.l.n.r.): Christopher Müller (GF), Angelika Hofer-Orgonyi (CFO), BM Peter Hanke, Fritz Müller (GF). Im Hintergrund die neu in Betrieb genommenen E-LKW-Zugmaschinen von Müller Transporte.

Die Dekarbonisierung des Schwerverkehrs erreicht eine neue Phase: Während Elektro-LKW bisher vor allem im städtischen Lieferverkehr als sinnvoll galten, rückt nun der Fernverkehr in den Fokus. Am heutigen Dienstag besuchte Bundesminister Peter Hanke (Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur) die Zentrale von Müller Transporte in Wiener Neudorf, um die Indienststellung modernster E-Zugmaschinen und einer neuen Hochleistungs-Ladeinfrastruktur zu würdigen.

Die schrittweise Dekarbonisierung des Schwerverkehrs ist eine der zentralen Herausforderungen auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Transportwirtschaft. Im Rahmen unseres Programms ‚eMOVE Austria‘ unterstützen wir Vorzeigeprojekte wie dieses mit 380.000 Euro, um wichtige Erkenntnisse für die gesamte Branche zu gewinnen.

Bundesminister Peter Hanke (BM für Innovation, Mobilität und Infrastruktur)

Meilenstein für den Schwerlastverkehr

Was 2022 als Pilotprojekt im Wiener Stadtgebiet begann, weitet sich nun auf die Mittel- und Langstrecke aus. Das Traditionsunternehmen Müller Transporte setzt mit dem Mercedes eActros 600 und dem Scania R400E auf zwei Schwergewichte der neuen Generation. Mit Reichweiten von bis zu 500 Kilometern pro Batterieladung sollen die Fahrzeuge beweisen, dass der emissionsfreie Transport auch über regionale Grenzen hinaus alltagstauglich ist.

Mit der Inbetriebnahme der E-LKW und der entsprechenden unternehmensinternen Ladeinfrastruktur an unserem Logistikstandort in Wiener Neudorf sammeln wir wertvolle Erfahrungen für die gesamte heimische Transportwirtschaft

Fritz Müller, Geschäftsführer Müller Transporte

Zwischen Effizienz und Infrastruktur-Hürden

Trotz des technologischen Fortschritts bleibt der Weg zur vollständigen Flottenumstellung steinig. Im Austausch mit dem Minister legten die Geschäftsführer Fritz und Christopher Müller die wirtschaftlichen und technischen Realitäten offen. Ein E-LKW kostet aktuell noch mehr als das Doppelte eines herkömmlichen Diesel-Modells. Im Rahmen des Programms  „eMOVE Austria“ unterstützt das Ministerium Projekte wie jenes von Müller Transporte. Das Transport- und Logistikunternehmen erhielt eine Förderung von 380.000 Euro.

Ein noch größerer Flaschenhals ist jedoch die Energieversorgung. Fritz Müller verdeutlichte die Dimensionen: Würde die gesamte Flotte elektrisch betrieben, benötige der Standort Wiener Neudorf rund 200 Megawattstunden (MWh) Strom pro Tag. Das entspricht einer vollen Stunde der gesamten Produktionsleistung des Donaukraftwerks Freudenau. Neben der Stromkapazität an den Standorten ist auch der Ausbau des Megawatt Charging Systems (MCS) entlang der europäischen Autobahnen entscheidend. Die neuen Fahrzeuge sind bereits für diese Technologie vorbereitet, die Ladezeiten in Zukunft massiv verkürzen soll.

Durch die effiziente Technologie neuer Elektrofahrzeuge kommt die E-Mobilität jetzt auch im überregionalen Schwerlastverkehr an. Waren bisher E-LKW nur im urbanen Raum gefragt, sind sie inzwischen auch eine ernstzunehmende Alternative für die Langstrecke.

Christopher Müller, Geschäftsführer Müller Transporte

Innovation als Unternehmensphilosophie

Müller Transporte versteht sich seit Jahren als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Die Zentrale in Niederösterreich ist bereits mit großflächigen Photovoltaik-Anlagen ausgestattet, und auch für die Belegschaft wurde der Umstieg auf E-Mobilität durch zahlreiche PKW-Ladestationen erleichtert. Damit die Rechnung am Ende jedoch aufgeht, fordern die Logistik-Experten neben Förderungen und Mautbefreiungen vor allem eines: Dass die Fahrzeughersteller die Produktion skalieren, um kompetitive Preise zu ermöglichen. Mit diesem Praxistest übernimmt Müller Transporte eine Schlüsselrolle für die heimische Transportwirtschaft. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Strom-Riesen unter realen Lastbedingungen auf Österreichs Straßen behaupten.

NH