SAP Connect Day 2026: Wenn KI-Agenten das Steuer übernehmen

Das Austria Center Vienna verwandelte sich anlässlich des ersten SAP Connect Day in ein Schaufenster der digitalen Zukunft. Unter dem Motto „KI-Agenten revolutionieren jeden Geschäftsbereich“ versammelten sich über 900 Entscheider:innen und Experten:innen, um zu erfahren,

Andreas Wagner steht auf einer Bühne und hält hier eine Rede.
Andreas Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich: "Wir unterstützen österreichische Betriebe dabei, die Potenziale von KI und Digitalisierung auszuschöpfen." © SAP

Das Austria Center Vienna verwandelte sich anlässlich des ersten SAP Connect Day in ein Schaufenster der digitalen Zukunft. Unter dem Motto „KI-Agenten revolutionieren jeden Geschäftsbereich“ versammelten sich über 900 Entscheider:innen und Experten:innen, um zu erfahren, wie die nächste Stufe der Künstlichen Intelligenz (KI) die heimische Wirtschaft resilienter machen soll.

Der erste „SAP Connect Day Vienna 2026“ markiert einen Wendepunkt in der Strategie des Software-Riesen. Es ging nicht mehr nur um die reine Cloud-Migration, sondern um deren Früchte: autonome KI-Systeme. Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich, brachte die Dringlichkeit in seiner Eröffnungsrede auf den Punkt. Viele Unternehmen sähen zwar das Potenzial, wüssten aber angesichts der rasanten Entwicklung nicht, wo sie den Hebel ansetzen sollen. Der Connect Day diente hierbei als Navigationshilfe für die Praxis.

„Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass österreichische Unternehmen zwar oft die Potenziale einer KI-unterstützten digitalen Transformationen sehen, aber bei all den neuen Entwicklungen gar nicht wissen, mit welchem Prozessbereich sie anfangen sollen. Darum haben wir diesen Connect Day ins Leben gerufen. Hier können sich die Expertinnen und Experten der jeweiligen Fachbereiche, von Supply Chain bis Customer Experience, über die neuen Möglichkeiten für ihre Arbeit informieren. So unterstützen wir österreichische Betriebe dabei, die Potenziale von KI und Digitalisierung auszuschöpfen, produktiver und resilienter zu werden und so wettbewerbsfähig zu bleiben.“


Andreas J. Wagner, Geschäftsführer von SAP Österreich

Daten als Treibstoff für autonome Agenten

Ein zentrales Thema der Konferenz war der Abschied von der KI als bloßem Chatbot hin zu „eigenständigen Agenten“. Andreas Thon, Regional Business Suite Leader bei SAP, betonte im Live-Interview, dass das Unternehmen „All-In“ in Sachen Künstlicher Intelligenz gehe. Die Vision: KI-Agenten, die komplexe Aufgaben in Fachbereichen selbstständig abarbeiten.

Die größte Hürde auf diesem Weg bleiben jedoch interne Datensilos. „Jeder KI-Agent ist nur so gut wie sein Datenfutter“, so Thon. Nur eine integrierte Business Suite könne die notwendige Basis schaffen, um der Belegschaft den Rücken für kreative und strategische Aufgaben freizuhalten. Dabei solle die Technik stets dem Menschen dienen. Tina Vidergar, Head of Business KI bei SAP, bezeichnete die Technologie als „menschenzentriertes Werkzeug“, das erst durch Vertrauen und gezielte Problemanalyse in den Teams sein volles Wachstumspotenzial entfalte.

Resilienz in der Lieferkette und neue Kundennähe

Wie diese Theorie in der Praxis aussieht, zeigten Case Studies führender Unternehmen wie der Knapp AG. Im Bereich Supply Chain liegt der Fokus auf Echtzeit-Monitoring. KI-Systeme sind heute in der Lage, globale Disruptionen zu antizipieren und proaktiv Alternativen vorzuschlagen – ein entscheidender Wettbewerbsvorteil in unsicheren Zeiten.

Parallel dazu transformiert die KI die Customer Experience. In einer Ära, in der Kunden bei der kleinsten Unregelmäßigkeit zum Wettbewerber abwandern, soll intelligentes Datenmanagement für eine lückenlose und hochrelevante Customer Journey sorgen. Die Post AG und die Zumtobel Group demonstrierten vor Ort, wie individuelle Kundenbeziehungen durch automatisierte, aber dennoch persönliche Interaktionen gestärkt werden können.

Automatisierung im Finanzwesen und IT-Fundament

Auch die klassischen Backoffice-Bereiche stehen vor einem Umbruch. In den Sektionen Finance und Spend Management wurde deutlich, dass Echtzeit-Insights die strategische Planung revolutionieren. Statt mühsamer Datenaufbereitung rückt die Analyse von Finanzströmen in den Vordergrund. Die OMV AG und Rauch Fruchtsäfte zeigten, wie KI-gestützte Insights die Lieferantenadministration vereinfachen und Teams Raum für die Auswahl der optimalen Partner:innen geben.

Das Fundament für diese Innovationen bilden die Cloud-Plattformen „Rise with SAP“ und „Grow with SAP“. Diese ermöglichen es mittlerweile auch mittelständischen Betrieben, auf High-End-IT-Ressourcen zuzugreifen, die früher Großkonzernen vorbehalten waren.

Der Faktor Mensch

Dass digitale Transformation jedoch kein rein technisches Projekt ist, unterstrich der Abschluss des Events. Die ehemalige österreichische Fußball-Nationalspielerin Viktoria Schnaderbeck schlug in ihrer Keynote die Brücke vom Spitzensport zur Wirtschaft. Ihr Fazit: Ohne Mut, Zuversicht und einen ausgeprägten Teamgeist hilft auch die beste Software nicht weiter. Um die „KI-Revolution“ erfolgreich zu meistern, brauche es vor allem ein „Champion-Mindset“ in den Köpfen der Mitarbeiter.

NH