Immobilienerwerb: Zunehmende Relevanz von Erbschaften und Familienvermögen in Österreich

Der Faktor Familie entscheidet in Österreich häufig über die Chancen auf Immobilien-Eigentum.


Familiäre Unterstützung als entscheidender Faktor für Immobilienerwerb © pexels
Familiäre Unterstützung als entscheidender Faktor für Immobilienerwerb © pexels

Vom Besitztum eines Eigenheims träumt vermutlich jede:r Österreicher:in. Doch für immer mehr Menschen rückt dieser Traum ohne Hilfe von außen in unerreichbare Ferne. Eine aktuelle Trendstudie von ImmoScout24.at zeichnet ein deutliches Bild der heimischen Eigentumsverhältnisse: Wer heute im Eigentum lebt, hat dies in mehr als der Hälfte der Fälle der Unterstützung der Familie zu verdanken. Das „Generationen-Vermögen“ ist längst zum entscheidenden Faktor auf dem Immobilienmarkt geworden.

Eigentum: Oft eine Frage der familiären Herkunft

Von den rund 55 % der Österreicher:innen, die im Eigentum leben, hat nur etwa jede:r Zweite die Immobilie komplett aus eigener Kraft erworben. Der Rest profitiert vom Glück der Geburt oder familiärer Großzügigkeit. Laut der Umfrage unter 1.000 Teilnehmer:innen haben 28 % und damit fast ein Drittel ihre Immobilie geerbt, während 8 % sie als Geschenk erhielten.

Besonders spannend ist der Blick auf jene 51 %, die angeben, ihr Eigenheim selbst gekauft zu haben: Selbst hier zeigt sich eine starke Abhängigkeit vom familiären Rückhalt. Rund 40 % dieser Käufer:innen erhielten finanzielle Unterstützung von Verwandten. Dabei floss oft nicht nur ein kleiner symbolischer Betrag: Bei jedem vierten Unterstützten machte der Zuschuss mehr als 30 % der Gesamtkosten aus. In Zeiten strenger Kreditvergaberichtlinien (KIM-Verordnung) und hoher Zinsen scheint die Familie oft die einzige „Bank“ zu sein, die das nötige Eigenkapital bereitstellen kann.

Erbe bei junger Generation einkalkuliert

Die Studie wirft auch einen Blick in die Zukunft und zeigt, dass das Erben kein Auslaufmodell ist – im Gegenteil. 35 % der Österreicher:innen rechnen fest damit, in Zukunft eine Immobilie oder zumindest Anteile daran zu erben. Auffallend optimistisch blickt die nächste Generation auf dieses Thema: In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen geht sogar jede:r Zweite davon aus, eines Tages Immobilieneigentümer:in durch Erbschaft zu werden. Für viele junge Menschen scheint der klassische Weg „Arbeiten, Sparen, Bauen“ ohne das Sicherheitsnetz eines Erbes kaum noch kalkulierbar zu sein.

Generationenübergreifende Absicherung

Die Österreicher:innen sehen im Immobilieneigentum weit mehr als nur ein Dach über dem Kopf; es ist ein emotionales Vermächtnis. Zwei Drittel der Befragten halten es für wichtig, den Nachkommen Wohnraum zu hinterlassen. Dieser Wunsch nach generationenübergreifender Absicherung ist bei jenen, die bereits im Eigentum leben, besonders stark ausgeprägt: Hier stimmen sogar 72 % der Aussage zu. Demgegenüber steht nur ein Viertel der Bevölkerung, das die Schaffung von Wohneigentum für die Erben als nicht vorrangig betrachtet. Das Eigenheim bleibt somit die wichtigste Säule der privaten Vermögensübertragung in Österreich.

NH